Meine liebsten Gutenacht-Geschichten

Ich hatte ja angekündigt, dass ich stückchenweise Blogbeiträge von Ratzefatze Pustekuchen nach Herz und Buch umziehen möchte, die besser hierher passen. Natürlich sind es die Buchempfehlungen, die am Besten zum neuen Blog passen und hierher gehören. Ich möchte ja mit der Aktion zu #ichlesevor, dazu ermuntern, Kindern mehr vorzulesen (mehr dazu hier). Um das zu unterstützen, möchte ich Bücher empfehlen, die sich – meiner Einschätzung nach – gut dafür eignen. Besonders oft aufgerufen wird „Träume süß, mein kleiner Schatz“. Lest Ihr also gerne zum Einschlafen vor? Das fände ich wunderbar. Hier meine Buchtipps für das kuschelige Vorlesen vor dem Einschlafen.

Die von mir ausgewählten Bücher sind etwa für 3- bis 6-Jährige geeignet, aber jedes Kind ist ja da etwas anders.


Kammermeier, Steffi ; Birkenstock, Anna Karina: Bitte noch eine : Wunschgeschichten zur guten Nacht


Die Wunschgeschichten-Reihe wird hier grundsätzlich heiß geliebt! Die Weihnachtsgeschichten mussten wir bis weit in den Februar hinein lesen, bis wir wirklich alle Geschichten kannten. Und auch die Gutenachtgeschichten sind schwer zu empfehlen. Vorne im Buch gibt es ein Drehrad, mit dem die Kinder auswählen können, worum es in der heutigen Geschichte gehen soll, zum Beispiel eine Maus, ein Geschenk, ein Schlüsselchen. Anhand des Inhaltsverzeichnisses sucht man dann heraus, zu welcher Geschichte einen die gewählten Bildchen führen. Jede Geschichte ist nur eine bis zwei Seiten lang und deshalb auch gut geeignet, wenn es mal wieder später geworden ist und nicht so furchtbar viel Zeit zum Lesen bleibt. Wir lesen meist zwei bis drei Geschichten. Auf der Seite des Verlages kann man hübsch ins Buch luschern (ganz nach unten scrollen) und schon mal die eine oder andere Geschichte Probelesen.



Steffensmeyer, Alexander: Lieselotte bleibt wach


Lieselotte! Ich liebe Lieselotte! Entdeckt habe ich sie vor einigen Jahren bei einer Weiterbildung zum Thema Kinderbücher für kleine Weltentdecker ab 3 Jahren und lese seither oft Bücher von Alexander Steffensmeier in meiner Bibliothek vor. Und auch Flummi kann von der Kuh, deren Hobby das Postaustragen ist, nicht genug bekommen. Zum Thema Gutenachtgeschichten mag ich besonders „Lieselotte bleibt wach“! Dieses Buch lese ich jetzt nicht mehr Kindergruppen vor, weil mir die Kinder davon immer so müde werden.

Die Bäuerin liest ihren Tieren jeden Abend bei Lieselotte im Stall eine Geschichte vor, bevor sich alle in ihre Schlafkuhlen kuscheln. Nur an diesem Abend kann Lieselotte einfach nicht einschlafen! Egal, was sie versucht, ihre Augen wollen einfach nicht zufallen. Als sie sich auf den Weg über den Hof macht, um als letzten Versuch Schäfchen (und Ziegen und Schweine und Hühner) zu zählen, entwickelt sie eine Theorie, warum alle Anderen selig schlummern und sie keinen Schlaf finden kann und findet ein Mittel dagegen.
Zu Lieselotte bleibt wach habe ich leider keine Leseprobe gefunden, aber auf der Verlagsseite kann man sich die Kuh in einem kleinen Imagevideo anschauen, der Illustrator lässt uns in anderen Leiselottebänden blättern und auch die Homepage der Kuh ist einen Besuch wert, zum Beispiel um sich Malbilder und Rätselblätter auszudrucken.  Und habt Ihr einen Beamer oder könnt mal einen ausleihen? Dann werft die Bilder doch mal groß an die Wand und lest den Text live dazu vor! Die gratis Bilderbuchkinos des Verlages werden ein Highlight für alle Kinder! Vielleicht mal als ungewöhnliche Ruhephase für den nächstes Kindergeburtstag?


Rathmann, Peggy: Gute Nacht, Gorilla!


Eine Geschichte, der schon die ganz Kleinen folgen können, habe ich jetzt für Euch und auch meiner Siebenjährigen muss ich die ab und zu noch vorlesen, weil sie die Bilder so niedlich findet.

Die Nachthier bricht an im Zoo und der müde Zoowärter macht seine letzte Runde zu den Tieren. Doch während er Elefant, Löwe und Giraffe gute Nacht sagt, stiehlt sich der vorwitzige, kleine Gorilla aus seinem Käfig und stibitzt ihm sein Schlüsselbund. Was er damit wohl alles anstellen wird?

In der Leseprobe des Verlages kann man schon mal spionieren. 😉

Man kann das Buch prima benutzen, um sprechen zu üben (was siehst Du hier), Tiere zuzuordnen, zählen zu üben (wie viele Schlüssel noch am Bund, wie viele Tiere hinter dem Zoowärter) oder sich einfach über die lustigen Zeichnungen amüsieren! Ich mag das Buch einfach!


Von der selben Autorin kann ich auch empfehlen: Noch 10 Minuten und dann ab ins Bett! 

Das Buch zählt als Minuten-Countdown die Zeit vom Zähneputzen und Schlafanzuganziehen bis zum Schlafen runter, während eine wilde Hamsterbande das ganze als spannende Touristentour erlebt. Total niedlich! Rezensionen dazu findet Ihr hier und hier und die eigene Homepage der Hamster könnt Ihr hier anschauen. Viel Spaß dabei!


Ritchie, Alison: Jule jagt die Einschlafschafe


 Als letztes Buch für heute möchte ich Euch eines vorstellen, dass auch kaum Text hat, aber superlustige Bilder. Jule hat das gleiche Problem, wie Lieselotte und sie probiert es mit dem gleichen Ansatz: sie will Schafe zählen! Aber was tun, wenn die Schafe mal so gar keine Lust haben, immer nur gezählt zu werden? Die Schafe wollen was erleben, Motorradfahren, Balletttanzen oder als Piratenschafe über die Weltmeere segeln. Und was macht Jule? Na immer hinterher und am Schluss hat sie sogar eine spritzige Idee, wie sie die Schafe doch noch zählen kann, um endlich einschlafen zu können!
Im Netz habe ich leider fast gar nichts zu diesem Buch gefunden, keine Leseproben, keine Autorenvorstellung, ich kann Euch nur eine Rezension auf einem anderen Blog verlinken und Euch empfehlen, das Buch einfach mal in Eurer Stammbibliothek anzusehen, denn es macht wirklich Spaß!


So, das soll für heute ausreichen. Kennt Ihr eines oder mehrere der Bücher, die ich für Euch ausgesucht habe? Mögt Ihr sie? Was sind Eure Lieblingsbücher mit Gute-Nacht-Geschichten? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


Liebe Grüße

Eure Thea

Kurzgebloggt: Gastbeitrag vom Kind

Vorhin kam meine 8-Jährige aus der Schule und erzählte mir, eine Geschichte, die sie mir heute geschrieben hat. Ich fand die Geschichte so niedlich, dass ich sie schnell für Euch niederschreiben möchte. Ungeschönt, wie sie es mir diktiert hat.

Der Elefant und das Küken von Flummi

Ein Elefant wollte Fußball spielen und brach sich dabei ein Bein. Als er dem Huhn davon erzählte war es so überrascht, dass es vor Schreck ein Ei legte.

Das Küken war so niedlich, dass es sich auf den Gips malen durfte. Sie wurden Freunde und als der Gibs ein Jahr später runter kam, hatte das Küken gerade Geburtstag und der Elefant schenkte ihm den Gibs.

Seitdem wohnt das Küken in dem Gips und es ist sehr schön da.

Ich liebe dieses Kind. Es hat sich eindeutig jetzt schon gelohnt, ihr jeden Abend vorzulesen. Phantasie hat sie! ;o)

Liebste Grüße

Eure Thea

Was ich mir wirklich wünsche- Muttertagsaktion

Lange habt Ihr hier von mir nichts gehört und das, nachdem ich unheimlich motiviert und mit unzähligen Entwürfen für Blogposts im Kopf meinen neuen Blog gestartet habe. Der Grund dafür ist einfach: das Leben hat mir gnadenlos die Füße weggerissen. Nach einigen wiederkehrenden Erkältungskrankheiten ging es mir immer schlechter, bis meine wunderbare HNO tat, was vorher kein Arzt getan hatte: sie nahm mich ernst und „schwang die große Diagnostikkeule“ (Zitat Ärztin). Das Ergebnis war niederschmetternd. Karzinom der Lunge! Zack. Bähm. Da haste und nun mach was draus.

Ich habe mehrere Wochen gebraucht, um mich wieder so weit zu fangen, dass ich meine Gedanken hier mit Euch teilen kann. Ich plane noch weitere Beiträge zum Thema Krebs, wie es herauskam, was mir half oder Steine auf den Weg der Genesung rollte.

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Aber heute möchte ich etwas zur wichtigen Aktion von Christine von Mama arbeitet und Annette von Mutterseele sonnig schreiben, die ich beide kennenlernen durfte und die beide starke, inspirierende Frauen sind. Sie rufen dazu auf, unter dem Hashtag #Muttertagswunsch zu twittern und zu bloggen, was man sich tatsächlich wünscht, anstatt der obligatorischen Schokoherzchen und bemalten Blumentöpfchen. Ihre Intention ist hochgradig politisch. Es geht um Gleichberechtigung, bezahlbare Kinderbetreuung, Altersarmut durch nicht anrechenbare Pflegearbeit und vieles mehr. Ich finde es unheimlich wichtig, sich darüber Gedanken zu machen. Wofür ist der Muttertag gut, was verändert er in der Wertschätzung und tatsächlichen Vergütung der Care-Arbeit und deshalb habe ich nachgedacht, was ich dazu schreiben könnte.

Mein übliches Jahr um den Muttertag herum – Ausgangssituation

Ich befinde mich in einer völlig anderen Lebenssituation, als Christine und Annette. Ich bin nicht nur nicht alleinerziehend, ich habe einen Mann an meiner Seite, der gerechte Verteilung der Carearbeit und ganz allgemein gleichwertige Partnerschaft in der Ehe ganz selbstverständlich lebt. Ich hatte darüber hier schon einmal berichtet. Aus diesem Grund habe ich nie verstanden, warum der Muttertag eine andere Gewichtung hat, als der Vatertag, denn zumindest bei uns, gibt es da keine Unterschiede. Der Vater hat die selbe Verantwortung, den gleichen Stress und auch ebensolche Glücksmomente. Deshalb sollte er auch ebenso mit Basteleien, Gutscheinen für die Übernahme der Hausarbeit oder schiefen Ständchen beglückt werden – oder eben von alldem verschont werden, weil es eben an den Schwierigkeiten des Elternseins nichts verändert.

Als meine Tochter sich letztens liebevoll an mich kuschelte und „Ich hab Dich soo lieb, Mama!“, hauchte, platze aus mir heraus: „Ich brauche ja gar keinen Muttertag! Ich spüre Eure Wertschätzung und Liebe jeden einzelnen Tag!“. Dass das Kind dann antwortete: „Dann brauche ich aber auch keinen Kindertag.Ich weiß auch immer, dass Ihr mich lieb habt und für mich da seid!“, zeigt mir, dass wir in diesem Zusammenhang wirklich gesegnet sind. Innerfamiliär sind wir sehr klar und offen mit unseren Gefühlen und Meinungen und wissen alle, was wir aneinander haben. Ein wir-nehmen-uns-das-ganze-Jahr-für-selbstverständlich-und-kaufen-dann-ein-Mal-Blumen-um-unser-Gewissen-zu-beruhigen gibt es bei uns nicht.

Also, was könnte ich mir dann noch zum Muttertag wünschen? Mir sind zwei Dinge eingefallen, ein Politisches und ein sehr Persönliches und beide hängen mit den eingangs erwähnten neuen Herausforderungen zusammen, die das Leben mir gerade vor die Füße gekotzt hat.

Krebs- Mutti fällt aus

In unserer Familie sind die Aufgaben klar verteilt, entweder nach Talenten oder durch äußere Einflüsse: Eine putzt die Küche, der Andere kümmert sich um die Wäsche, Eine liest vor, der Andere spielt Fußball, Eine übernimmt die Morgenbetreuung, der Andere die am Nachmittag. Wenn einer von Beiden längerfristig ausfällt, übernimmt der Andere dessen Part. Als ich jetzt aufgrund der Lungenentzündung komplett leistungsunfähig war und anschließend im Krankenhaus, hat mein Mann klaglos und unkommentiert meine Hälfte des Haushalts mit übernommen und die komplette Kinderbetreuung gewuppt. Nebenher hat er sich um mich gekümmert und seine eigenen Sorgen und Ängste verbissen. Das größte Problem war allerdings, dass er ja weiterhin um 6.00 Uhr morgens das Haus verlassen musste, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Wir haben das mit einigem Gerenne geregelt bekommen, weil wir das riesengroße Glück haben, wundervolle Familie und unfassbare Freunde in Greifweite zu haben. Meine Mutter kam morgens um sechs hier her und machte das Kind schulfetig, an anderen Tagen können wir sie zu Freunden bringen, wo sie einfach mitfrüstücken darf und dann zur Schule gebracht wird. Wir sind wirklich gesegnet und ich bin unglaublich dankbar. Es es war und ist nicht leicht und ich frage mich, was Menschen mit Erziehungsverantwortung (m/w) im Krankheitsfall machen, wenn sie dieses engmaschige soziale Netz gerade nicht abrufen können. Ich weiß, man kann da was bei der Krankenkasse beantragen. Aber, so wie ich das bisher erfahren habe, ist das alles ausgesprochen bürokratisch und alles Andere, als barrierefrei.

Was wünsche ich mir also zum Muttertag von der Politik? 

Es gibt Notfälle im Leben und ich wünsche mir, dass transparenter und offener kommuniziert wird, dass man da nicht alleine durch muss. Ich wünsche mir, dass unbürokratisch und vor allem schnell (denn eine lebensbedrohende Erkrankung kündigt sich in der Regel nicht fristgerecht an) Betreuungszeiten verändert werden können. Ich wünsche mir, dass es praktische und menschliche Hilfen gibt. Ganz besonders für Alleinerziehende, aber auch zu Unterstützung des Elternteils, das plötzlich alles und noch mehr regeln muss.

Und was war mit dem persönlichen Wunsch?

Als ich überlegt habe, was ich mir eigentlich wirklich zum Muttertag wünsche, war das Erste, das immer wieder durch meinen Schädel hämmerte: „Ich möchte noch möglichst lange für mein Kind da sein können!“.

Ich gehe zu allen Vorsorgeuntersuchungen, ich fahre sehr vorsichtig und habe mein Motorrad abgegeben, ich gehe nicht mir Haien tauchen. Ich bin davon ausgegangen, mindestens 50 zu werden. Irgendwie. Unterschwellig. Ich bin davon ausgegangen, meinem Kind die Brotdosen zu machen, ihr vorzulesen, ihr durch diese verwirrende Welt zu helfen und an ihrer Seite zu sein, so lange sie das möchte.

Die Krebsdiagnose machte mir klar, dass gesund essen und nicht rauchen einfach nicht ausreichen. Sie könnte mich verlieren. Einfach so. Auch morgen schon. Deshalb ist mein einziger, persönlicher, riesengroßer Wunsch, da zu bleiben, gesund zu werden, ihr die unperfekte, chaotische, lustige Mutter zu sein, die ich sein kann. Denn sie hat genau das verdient. Mich. An ihrer Seite.

Ich weiß, dass niemand von Euch da draußen mir diesen Wunsch erfüllen kann. Deshalb rufe ich ihn einfach ins Universum hinaus und übe mich in Vertrauen. Und derweil versuche ich, ihr all das zu vermitteln und zu geben, was ich ihr den Rucksack packen möchte, der sie auf immer auf ihrem Weg durch das Leben begleiten soll: Vertrauen und Liebe und Zuversicht, die Fähigkeit, einen Knopf anzunähen und ein Lied zu erfinden und über sich selbst zu lachen. Und noch das Eine oder Andere mehr.

Und wenn Ihr wissen möchtet, was andere Mütter sich wirklich zum Muttertag wünschen, dann guckt bitte bei Mama arbeitet und Mutterseele sonnig vorbei. Ich würde mich freuen, wenn Ihr diese Aktion unterstützen könntet.

Nachdenkliche Grüße

Eure Thea