Einblicke in meine Trickkiste – #ichlesevor

Hallo, Ihr Lieben,

wer mir schon auf dem alten Blog folgte, kennt ein Thema, dass mir sehr am Herzen liegt. Ich bin ja große Vorleserin und ich bekomme gern vorgelesen. Deshalb startete ich vor fast 1 1/2 Jahren zum Vorlesetag den Hashtag #ichlesevor.

Die Blogparade zum Vorlesetag 2015 mit vielen tollen Teilnehmern könnt Ihr Euch hier noch mal ansehen.

Und da ich finde, dass hier etwas Wunderbares gestartet ist, möchte ich auch im neuen Zuhause das Thema fortführen. Ich beginne mit meinen ganz persönlichen Vorlesetipps und habe dann einige, wie ich finde, spannende Zuckerstückchen für Euch. Dabei möchte ich ganz bewußt nicht sagen, wie Ihr das machen sollt, das hier wird kein: „Lies so und so vor, dann wird Dein Kind / Publikum Dich lieben“-Guide. Denn ich finde, jeder Zuhörer, jede Situation, jeder Vorleser sind individuell. Deshalb kann ich kein Patentrezept anbieten.

Ein paar Andere haben das allerdings getan und meine Lieblinge möchte ich Euch empfehlen:

  • auf der Ellermann-Verlagsseite gibt es Handreichungen zum Vorlesen, Bastelideen und eine Menge Downloads
  • Lesestart muss ich Euch sowieso ans Herz legen. Die Initiative ist toll! Ich empfehle sehr die Apps und die die Homepage finde ich auch sehr informativ. Und wer von Euch etwa 3-jährige Kinder zur Hand hat, sollte dringend mal demnächst in der Bibliothek seines Vertrauens nach dem Lesestartset fragen. Da gibt es nämlich tolle Bücherbeutel geschenkt und das sollte man sich nicht entgehen lassen!
  • Und einen besonderen Link habe ich noch als Fangirl von Rufus Beck für Euch. Dieser Mann darf mir ja alles vorlesen. Der hat Timing. Der hat Gefühl. Der kann ganze Welten erschaffen mit seiner Stimme. Und hier gibt er Vorlese-Tipps für Teilnehmer des jährlichen Vorlesebwettbewerbs, bei denen sich sicherlich jeder für sich etwas raussuchen kann.

Wie ich das so mache

 Ich lese ja viel vor. Täglich privat plus mehrmals wöchentlich beruflich und deshalb dachte ich, ich gewähre Euch mal Einblick in meine Trickkiste.

  1. Deine Vorlesestunde – Deine Wahl

Ich lasse das Kind das Buch auswählen. Jeden Tag. Das ist für mich teilweise anstrengend („Ehrlich, schon wieder dieses Buch?“) , aber ich sehe das als Teil der Dienstleistung. Das Kind soll sich mit mir auf eine abenteuerliche Phantasiereise einlassen. Da darf das Kind auch den Film für´s Kopfkino auswählen. Das hat für mich den angenehmen Nebeneffekt, dass ich Einblicke bekomme, wofür das Kind sich gerade interessiert, was es bewegt.

2. Ready? Go!

Es gibt Startrituale. Bei Gruppen bestimmte Lieder, Turnübungen, die wir jedes Mal vor der Geschichte machen. Zu Hause muss eine bestimmte Lampe eingeschaltet werden, eine bestimmte Kuschelposition eingenommen werden. Das Gehirn weiß, so jetzt geht es los. Und dann geht es los!

3. Ohne Fehler? Ohne mich!

Ich bemühe mich, jede Geschichte vorher ein Mal alleine zu lesen. Damit ich weiß, was auf mich zu kommt. Sonst erschrecke ich manchmal selbst über die Wendungen der Geschichte. Das hilft auch, sich nicht zu oft zu verlesen. Einige Kinderbücher strotzen ja nur so vor Zungenbrechern. Ich verhaspele mich oft. Bleibt es im normalen Umfang, gehe ich einfach darüber hinweg. Häuft es sich, strecke ich auch schon mal dem Kind die Zunge raus: „Guck mal bitte nach, ich glaube, ich habe einen Knoten in der Zunge!“. Das Kind lacht, ich lache – und kann nach Verschnaufpause frisch weiterlesen.

4. Mein Seufzomat und ich

Ich setze das Kind aktiv für die Geschichte ein. Sie ist sozusagen meine Soundbox. Ist Euch zum Beispiel schon mal aufgefallen, wie viel in Kinderbüchern geseufzt wird? Ich habe ja als Kind schwer gelispelt und manche Buchstabenkombinationen machen mir bis heute Probleme. F-Z-T hintereinander, zum Beispiel 😉 Gut, dass ich dafür meinen Seufzomaten habe. Wird im Buch geseufzt, schaue ich mein Kind auffordernd an und sie gibt uns ein filmreifes Seufzen. Geht auch prima mit schnarchen, husten, gääähnen… Wenn ich das Kind mitmachen lasse, wird sie Teil der Geschichte und kann sich noch besser hineinfühlen. Deshalb habe ich auch meine Mitmachgeschichte geschrieben. Wer die Geschichte mit vertont, erlebt sie ganzheitlicher.

5. Drama, Baby!

Mir ist nichts mehr peinlich. Ich grunze, ich verziehe das Gesicht, ich mache einen Elefanten nach. Alles für die Kunst. Alles für das Vorlese-Erlebniss. Früher sorgte ich mich manchmal darum, ob ich vielleicht blöd aussehe, aber mit der Zeit ist mir aufgefallen, dass ich während des Lesens in einer Rolle bin. Ich kann mich so richtig nach Herzenslust benehmen, wie es zu Geschichte passt und keiner zieht daraus Rückschlüsse auf mich. Hat doch auch mal was, oder?

Das waren für´s Erste meine (jetzt nicht mehr so geheimen) Geheimeinblicke in meine Vorlesestunden.

Wie macht Ihr denn das so? Habt Ihr persönliche Tricks? Ich freue mich auf Euer Feedback.

 

Liebste Grüße,

Eure Thea

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