Kurzgeblogt: One Year without you. Eine Dankesrede.

Ein Jahr ist er jetzt raus. Seit einem Jahr habe ich meinen Körper wieder für mich und muss mit ihm nicht den Krebs nähren und pämpern. Kann meine Kraft und Energie, meinen Atem, meinen Herzschlag wieder für mich nutzen.

Lange floss all diese Kraft in die Renovierung dieses kaputten Hauses, dass mein Körper inzwischen war. Langsam, ganz langsam spüre ich mich wieder. Aber ich bin wieder zu hause in mir. Ich habe wieder das Gefühl, dass mein Körper mit mir spricht. Und ich verstehe ihn.

Ich hatte gar nicht gemerkt, wie lange ich schon taub war. Ich flüsterte.  Ich wisperte. Ich schrie. Was ist los mit mir. Warum fühlt sich alles so kaputt an. Ich fühlte mich krank und konnte es keinem erklären. Ich hatte das Gefühl, nicht frei atmen zu können.

Jetzt erst spüre ich wieder, wie frei und gut es hier in meinem Leben sein kann. Und ich bin sehr dankbar dafür. Ich werde oft gefragt, ob ich denn nicht wütend wäre. „Warum hast du denn Krebs? Das ist doch unfair, du bist doch so jung.“ Das habe ich mich eigentlich nie gefragt. Ich war nicht wütend. Ich war dankbar, dass das Problem endlich, endlich gefunden war. Das wir etwas tun konnten. Ich war nur ein bisschen traurig um diesen kleinen Lungenlappen, der nichts für all das könnte und geopfert würde, damit das große System wieder funktionieren konnte. Ich möchte ihm sagen, dass es sich gelohnt hat. Ich bin noch nicht wieder richtig gesund. Ich werde vielleicht nie wieder genau so Treppen steigen und rennen und tauchen können, wie ein „gesunder Mensch“, sagen die Ärzte. 

Aber mein Körper ist wieder meiner. Es ist mehr spüren, als erklären können. Aber alleine dieser Kontakt zu meinem „Haus“, dieses mich spüren können, war all das wert. Mal ganz abgesehen von all dem, was jetzt noch erleben kann und all die Menschen, für die ich da sein kann.

Auf all diese Gedanken kam ich gerade, weil die wunderbare Ju vom Blog http://wheelymum.com/ mich fragte, ob die denkst17 für mich anders gewesen ist, als die Bloggerkonferenz vor einem Jahr. 

Svenja erzählte uns von ihrer Heldenreise der letzten 12 Monate und und ich dachte an meine. Ich fühlte in mich hinein. Ich bin eine andere Frau, als die, die ich 2016 war. Und es ist gut. Ich spüre, dass es gut werden wird.

Das war jetzt alles sehr persönlich und sicher auch nicht für jeden nachzuvollziehen. Aber das Müssen Gefühle ja auch nicht immer sein und manchmal wollen sie formuliert werden. Vielen Dank an alle, die meine Reise begleiten.

Kisses Thea 

Geschichten spielerisch erleben

Wie ihr wisst, schlägt mein Herz für die Frühförderung der Leidenschaft zum Buch. Man macht es den Kindern einfach leichter, später lesen und schreiben zu lernen und in die wundervolle Welt der Phantasie einzutauchen, wenn Bücher für sie nicht völlig abstrakte ferne Gegenstände sind. Einige tolle Wege,  Geschichten erlebbar zu machen, möchte ich Euch heute vorstellen.

Dinge aus Büchern selber probieren

Kennt Ihr die Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren? Auf Bullerbü (z.B.) und in vielen anderen skandinavischen Geschichten werden immer Schneelaternen gebaut, die den eingeschneiten Hof heimelig beleuchten. Meine Tochter wollte immer wissen, wie die genau aussehen und als es jetzt endlich auch bei uns schneite, war unsere Chance gekommen. Ich nahm eine silberne Auflaufform mit auf den Hof, wir formten 12 runde Schneebälle und stapelten sie wie ein Iglu auf. Einen Kreis als Fundament, immer auf die Anschlussstellen darüber einen, oben in der Mitte einen als „Deckel“. Das stellten wir auf unseren Balkon und zünden jetzt schon seit 4 Tagen abends ein Teelicht in der Mitte an. Das leuchtet sehr hübsch und jetzt hat das Kind ein praktisches Gefühl dafür, was in den Geschichten gemeint war.

Schneelaterne

Für Kleinkinder gibt es viele Bücher in denen die Helden alltägliches machen. Mir fallen da zum Beispiel die Max- und die Conni-Bücher ein. Wir haben Max kocht Spaghetti vorgelesen und uns dann ganz groß in der Küche verabredet: „Morgen machen wir das auch!“. Oder Kresse gepflanzt, wie in Conni und der Osterhase

Story Baskets / Geschichtenkörbchen

Die Idee der Story Baskets kommt aus dem Sensory Play und ich habe keine adäquate Übersetzung gefunden, also nenne ich sie einfach Geschichtenkörbchen. Es werden in einem Korb / auf einem Tablett / in einem Schuhkarton Gegenstände bereitgestellt, mit denen das Kind die Geschichte nachspielen, umdichten, weiterspinnen kann. Man kann den Korb gemeinsam auspacken, die Geschichte vorlesen, oder, bei Geschichten, die das Kind schon kennt und liebt, den Korb einfach zum alleine spielen anbieten. Eine ausführliche Anleitung findet Ihr hier und viele Inspirationen zum Beispiel bei Printerest oder wenn ihr Storybasket googelt.

Meine Ideen, wie das Geschichtenkörbchen aussehen könnte

Das Buch Gute Nacht Gorilla, einige Schleichtiere, Püppchen, Zäune, ein Schlüsselbund, eine Taschenlampe, kleine Tücher um den Tieren ein Bett zu bauen…

Ich habe Euch mal ein kleines Beispiel zusammengestellt. Ich liebe ja das Bilderbuch Ein Haufen Freunde von Kerstin Schoene. Mein Geschichtenkörbchen dazu siegt folgendermaßen aus:

Geschichtenkörbchen
Geschichtenkörbchen

Es enthält natürlich das Buch, einige der vorkommenden Tiere und Dinge, die ein Pinguin zum Fliegenlernen brauchen könnte.

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Spielvorschläge

Auf diese Art kann man fast alle Märchen und Geschichten mit Tieren prima umsetzen. Die 3 kleinen Schweinchen, die 7 Geißlein, Für Hund und Katz ist auch noch Platz, es klopft bei Wanja in der Nacht…
Einfach Buch schnappen und im Kinderzimmer die passenden Tiere und Accessoires zusammensuchen und in einen Korb werfen.

Zur kleinen Raupe Nimmersatt gibt es Millionen Ideen. Man kann sie basteln, aus Kartonkreisen, aus alten, grünen Socken, aus Eierkartons. Man kann Lebensmittel, die sie isst aus Knete, Salzteig, Pappe machen und zählen üben. Ideen und Vorlagen gibt es zum Beispiel hier  oder auch hier im Blog Kind und Kinder zusammengetragen.

Ich liebe bunte Pompoms, Waterbeads, gefärbten Reis, um Kindern die Möglichkeit zu geben in Gedankenwelten abzutauchen und ihre Feinmotorik zu schulen. Ich kann mir super vorstellen, eine Kiste mit verschiedenfarbigen Sortierbarkeiten und dem Farbenbuch von Hervé Tullet oder jedem anderen Kinderbuch zum Thema Farbe  zu kombinieren

 

Farbenspiele

Storyspoons / Geschichtenlöffel

Wer Lust hat, kreativ zu werden und etwas basteln möchte, kann es mal mit Storyspoons versuchen. Mit den bemalten Holzlöffeln könne die Kinder ihre Bücher wie im Puppentheater nachspielen oder ihre lieb gewonnenen Helden einfach herumtragen und ihnen eine Stimme geben. Tolle Ideen und Anregungen hierfür findet ihr wieder bei Pinterest oder ihr googlet den Begriff.

Storystones / Geschichtensteine

Von Geschichtensteinen haben die Meisten von Euch sicher schon gehört. Frau Mierau hat zum Beispiel welche mit Serviettentechnik erstellt und hier gibt es viele weitere Ideen dazu. Wir haben unsere am Strand gesammelten Steine einfach mit Lackstiften bemalt und da ich künstlerisch keinen Deut begabt bin, male ich Buchillustrationen mit Transparentpapier ab und klebe es auf die Steine. Die gut organisierte Mutter von heute (ich) kann die Steine aber gerade im Kinderzimmer nicht finden. Ich hoffe, ich kann das Foto später noch anfügen. Was ich damit anregen möchte, wird aber hoffentlich auch so klar, oder?

Man kann die Steine in ein Säckchen packen und einzelne ziehen lassen: „Oh, Du hast Bob den Baumeister, Buddel und einen Baum. Was könnte unsere Geschichte sein?“.  Oder man gibt alle Steine zum Spielen und lässt die Geschichten sich entwickeln. Es gibt grenzenlose Möglichkeiten.

 

So, ich bin diesmal echt von der Formatierung gequält worden und um die Fotos einzufügen, hat es 4 Anläufe gebraucht. Ich hoffe, Ihr könnt über die wenig ansprechende Optik hinwegsehen und versteht die Idee hinter den Spielangeboten.

Und gebt mir doch mal ein Feedback, ich würde mich freuen.

Eure Thea

Merken

2016 – mein Jahresrückblick voller Dankbarkeit 

2016 ist bald vorbei. Na endlich. Zum Glück. Dies war eines der Jahre, an die ich mich erinnern werde und das vor allem, wegen einer Menge Schmerz und Trauer, die dieses Jahr im Gepäck hatte. Aber das Jahr hatte auch viele wundervolle, leuchtende Momente und an diese möchte ich mich besonders erinnern.

Ich bin dieses Jahr besonders dankbar für:

  • eine wunderbare, gescheite Ärztin, die Schlüsse gezogen hat, auf die sonst keiner gekommen ist, sofort ein CT organisiert hat und mich, nach Entdeckung des Tumors in meiner Lunge sofort in eine kompetente Spezialklinik überwiesen hat
  • Die allerbeste Familie und mein soziales Netz, die mich gestützt und getragen haben, als ich taumelte. Besonders hervorzuheben, mein Ehemann, der einfach alle Familienarbeit alleine übernahm, als ich ausfiel und mir nebenbei die ganze Zeit Hoffnung und Liebe schenkte.
  • viele mitfühlende Schwestern, die mich als Mensch gesehen und ermutigt haben 
  • Die Küchendame im Krankenhaus, die für jeden Patienten ein Lächeln und nen kessen Spruch hatte – manchmal machen solche Menschen den Unterschied 
  • ich bin so, so dankbar, wieder frei atmen zu können. Das kam so schleichend, dass ich es kaum gemerkt habe, aber viele Jahre fiel mir das Durchatmen schwer. Jetzt ist es so viel besser und das tut so gut!
  • Ich hatte wunderbare, intensive Zeiten mit meiner kleinen Familie. Wir haben trotzd meiner Krankheit Urlaub gemacht und Zeit miteinander verbracht.
  • Ich habe dieses Jahr ganz viele wundervolle Bloggerinnen getroffen, hatte intensive, wohltuende Gespräche und viele neue Gedankenansätze. Das fand ich ganz großartig und würde das gerne nächstes Jahr weiter machen.
  • wir hatten die Idee, bei Twitter zu wichteln und uns gegenseitig Kekspakete zu schicken. Das fand ich ganz wundervoll und da war eine Menge Liebe drin. Auch das ist wiederholungswert!

    Das Jahr war also im Fazit ein erfolgreiches, weil ich viel gelernt habe und da der Tumor entfernt werden konnte, bevor er gestreut hat, habe ich die Chance auf viele, viele Weitere.

    Ich danke Euch allen, dass Ihr 2016 an meiner Seite wart. Das hat vieles erträglicher gemacht.

    Kisses

    Thea

    Wenn ich ein Mafflie wäre, würde ich „Kürbissuppe“ heißen – Interview mit Cally Stronk

    #ichlesevor – Tipps vom Profi: Interview mit Cally Stronk

    Es ist soweit, endlich ist der 18.11. – Bundesweiter Vorlesetag! und in diesem Jahr habe ich dazu eine ganz besondere Überraschung für Euch. Die wunderbare Cally Stronk, Autorin der Giraffenaffen, der Mafflies und vieler mehr, hat mir ein Interview zum Thema Vorlesen gegeben. Warum ich von den vielen Autorinnen gerade diese gefragt habe? Zum einen lieben wir die Mafflies. Meine Tochter erklärt man immer mal wieder, wie sie jetzt gerade heißen würde. Die Mafflies werden nämlich nach ihrem liebsten Lieblingsessen benannt. Als wir das Buch erstmals lasen, hieß Flummi „Schokopudding“, im Herbst immer Kürbissuppe. Und wie wäre Euer Mafflie-Name?
    Das ist aber nicht allein der Grund, warum ich so begeistert bin, dass Cally bereit war für meinen Blog ein paar Fragen zu beantworten. Diese Frau kann vorlesen! Kostprobe? Dann schaut mal diese Ausschnitte aus ihren Lesungen an.
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    Genug, der Einleitung – Hier kommen meine Fragen!
    Ich wüsste gern, wie sich das Vorlesen Deiner eigenen Texte für Dich anfühlt. 
     
    Ich lese am Liebsten Geschichten, die ich selbst geschrieben habe. Da weiß ich genau, was wie gemeint ist. 
    Ich kenne jede Nuance im Text, jede klitzekleine ironische Bemerkung, die ein Vorleser vielleicht überlesen würde … 
    Nach so vielen Lesungen kann ich meinen Mafflies-Text fast auswendig. Er kommt komplett alleine aus mir raus. Das ist toll. Dann merke ich, das Buch und ich – wir gehören zusammen.
    Zudem hat jede Figur ihre eigene Stimme. Ich liebe es, bei den Giraffenaffen ganz tief wie Wolfram der Wal zu brummen und bei den Mafflies mit einer quäkigen Radieschenstimme zu singen.
    Gerade diese Abwechslung macht das Vorlesen spannend.
     
     Welches Feedback bekommst Du von den Kindern? 
     
    Ich bekomme ein unglaublich tolles Feedback. Die Kinder lachen an den richtigen Stellen und wollen unbedingt wissen, wie es weiter geht.
    Teilweise rufen die Eltern nachher bei der Bibliothek oder bei der Lehrerin an und fragen nach, wie das Buch hieß, aus dem ich vorgelesen habe.
    Oder sie schreiben mir bei Facebook, dass es toll war und die Kinder tagelang noch den Maffliessong singen, den wir bei meiner Lesung gemeinsam performen.
    Es ist mir wichtig, dass die Lesung abwechslungsreich ist. Wenn ich meine Ukulele aus dem Koffer hole, rufen die meisten Kinder: „Ohhhh, eine kleine Gitarre!“ oder: „Ohhhh, eine Geige!“
    Manchmal wissen sie auch, dass es eine Ukulele ist. Da freue ich mich. So ganz nebenbei dürfen die Kinder nämlich auch was lernen bei meinen Lesungen. 
    Aber im Vordergrund steht der Spaß, das Lernen passiert dann ganz automatisch.
     
    Allerdings gibt es auch ernste Momente in meinen Lesungen. Wenn ich die Kinder frage, wer das kennt mit einem neuen Bruder oder einer neuen Schwester,dann gehen die Hände hoch und die Kinder berichten mir von den Schwierigkeiten bei sich zuhause. Das Thema Patchworkfamilie ist sehr aktuell. 
    An dieser Stelle erkläre ich, dass es unterschiedliche Regeln in den Familien gibt und das natürlich oft für Streit sorgt. Wenn man das weiß, kann man vielleicht ein klitzekleines bisschen besser damit umgehen.
    Gut, dass wir in der nächsten Szene wieder zusammen lachen können.
     
    Feedback von Martha (5 Jahre):
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     Gibt es einen „wundertollsten Zaubermoment“ bei der Arbeit mit Gruppen? 
     Einen wundertollsten Zaubermoment habe ich letztens auf dem Familienfest der Deutschen Schlaganfallhilfe erlebt.
    Ich war eingeladen, Kindern, die einen Schlaganfall hatten, und ihren Geschwisterkindern aus meinen Büchern vorzulesen.
    Das war besonders besonders. Jedes Kind war so einzigartig und es gab auch irgendwie immer ein richtiges Buch für jedes Kind.
    Als ich am zweiten Tag der Veranstaltung den Raum betrat, in dem die Vorlesewelt stattfand, sah mich eines der Kinder, sprang auf, schnappte sich das Giraffenaffenbuch und lief mir strahlend entgegen.
    Ich setzte mich also hin und begann ihm vorzulesen. Immer mehr Kinder kamen zu mir und setzen sich um mich herum. Und dann kamen auch noch die Erwachsenen, setzten sich dazu und lauschten der Geschichte. Das war irgendwie magisch. 

     

    Gibt es Schwierigkeiten oder gab es sie am Anfang und hast Du vielleicht Tipps, wie man damit umgeht? 

     Es gibt immer wieder Kinder, die unruhig sind und sich bewegen müssen. Es kommt immer ganz individuell drauf an, wie ich damit umgehe. 
    Manchmal hilft schon eine direkte Ansprache oder eine Frage, ob es ein Problem gibt, manchmal braucht das Kind eine Aufgabe und gelegentlich muss man einfach mit seinem Programm weitermachen.
    Meist achten die LehrerInnen schon drauf, dass die kleinen Störenfriede nicht unbedingt auf einem Haufen sitzen. 
    Wenn ich merke, dass die Kinder nicht lange zuhören können, erzähle ich ein bisschen, stelle ihnen Fragen und integriere sie in die Geschichte, dann klappt das schon. 
    Wenn ich dann ihre Aufmerksamkeit wieder habe, lese ich weiter. Das ist wie ein Spiel. 
     
    Generell mache ich das so: je kleiner die Kinder sind, umso mehr frage ich und erzähle zwischendurch. Ich zeige Illustrationen, z. B. eine Karte von der Süßsee, wo die Giraffenaffen leben und stelle Fragen.
    Bei älteren Kindern lese ich dann längere Passagen. Aber auch da bauen ich Momente ein, wo alle gemeinsam z.B. bei den Mafflies das Gurkenglas wegschieben, um zu schauen, was sich dahinter verbirgt. 

     

    Was denkst Du als Autorin, was Bücher Kindern geben können? 

    Bücher sind total wichtig für die Entwicklung der Kinder. Bücher regen die Fantasie an und liefern Handlungsmodelle. In jeder Geschichte gibt es ein Problem und einen Weg zu einer Lösung. 

    Und auch die Identifikation mit anderen Charakteren sorgt für mehr Verständnis, Empathie und Toleranz. 
    Wenn man erstmal einen Zugang gefunden hat, macht es unglaublich viel Spaß, guten Geschichten zu begegnen und in fremde Welten zu reisen. 
    Bücher haben eine ganz andere Qualität als Filme. Da kann der Film im Kopf ablaufen. Aber das muss man auch ein bisschen trainieren.
    Je früher man einen Zugang zu Büchern hat, umso besser. Für Babys sind Fühlbücher gut geeignet, dann Pappbilderbücher mit Klappen und schließlich Bilderbücher, wo man viel entdecken kann und Dinge verfolgen kann.
    Ich bin mir sicher, dass es für jeden Menschen das richtige Buch gibt, das ihn da abholt, wo er sich gerade befindet.
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    Du hast im Rahmen Deiner Lesereise, fast täglich zwei Lesungen. Abgesehen von emotionalen Herausforderung, wie hält Deine Stimme das durch? Mir beibt häufig schon nach der zweiten Gruppe in einer Woche nur noch ein heiseres Krächtzen. Hast Du eine bestimmte Atem- oder Sprachtechnik oder andere Tricks, damit Du „gut bei Stimme“ bleibst?

     Ich habe eine Gesangsausbildung und hatte auch einige Sprechtrainingsstunden.

    Vor den Lesungen mache ich kleine Warm-up-Übungen, ich singe  Dreiklängen (mit Septime), summe viel … 
    wo-wo-wo-wo-wo-wo-wo
    mo-bo-do-so-mo-bo
    mo-ba-do-sa-mo-ba
    usw.
    von ganz tief bis ganz hoch und zurück, einfach, dass die Stimme warm ist – das ist wichtig, gerade wenn man mit verschiedenen Stimmen spricht.
    Ein paar kleine Übungen reichen schon und bringen eine Menge.
    Auch nach der Lesung summe ich ein wenig. Da dann die Stimme komplett offen ist und manchmal etwas anfällig. Es ist auch wichtig, dass man richtig in die Flanken atmet.
    Und vor einer Lesung würde ich keine Milchprodukte zu mir nehmen, die verschleimen nur. Lieber Salbeitee 🙂
    Ansonsten empfehle ich Cystus 52 bei drohender Erkältung. Das war ein Tipp von meiner Dressler-Verlegerin Julia Bielenberg. Und bei Problemen mit der Stimme schwören die meisten SängerInnen auf Gelo-Revoice.
    Das legt einen wohltuenden Film auf den Rachen und Stimmbänder.
    Aber der wichtigste Tipp von mir ist wirklich das Summen. Da kann man nicht viel falsch machen und es tut der Stimme sehr gut.
     
    Vielen Dank, für diese wunderbaren Antworten, liebe Cally!
    Und wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid und die zauberhafte Cally mal lesen sehen möchtet, könnt Ihr Euch hier ein Video ansehen oder auf ihrem Blog nachschauen, wann sie bei Euch in der Nähe live liest.

    #ichlesevor – 18.11.2016

    Ihr Lieben, Ihr wisst, dass ich jedes Jahr zum Vorlesetag dazu aufrufe, bei der Aktion #ichlesevor mitzumachen. Hier könnt Ihr mehr dazu lesen. In den letzten Jahren kamen zu #ichlesevor ganz wundervolle, liebevolle und inspirirende Beiträge.

    Dieses Jahr bin ganz schön spät dran, aber es ist ja meine Aktion und ich definiere jetzt einfach um, von „vor dem Vorkesetag“ auf „um den Vorlestag herum“! Also her mit Euren Tweets, Vorschlägen, Konzepten, Fotos. Wann lest Ihr vor, wem. Macht Euch das Spaß oder überwindet Ihr Euch, weil ihr es wichtig findet? Falls Ihr schon mal mitgemacht habt, hat sich seit Eurem letzten Post etwas verändert?

    Ich freue mich über jeden Tweet, jeden Kommentar und jeden Blogbeitrag zum Thema, denn ich möchte die Wichtigkeit des Vorlesens sichtbarer machen.

    Auf geht´s!

     

    Einander Kraniche sein…

    Ich habe gestern eine Schiffstour mit einem Ornithologen gemacht und dabei an Euch denken müssen. 

    Wir sind zu den Schlafplätzen der Kraniche gefahren und haben zugesehen, wie die Schwärme einschweben, dem charakteristischen Geschrei gelauscht und darüber gesprochen, was was diese Tiere so tun und warum.

    Ich wusste ja, dass die nach Spanien und Portugal fliegen, um zu überwintern und auf dem Weg dahin bei uns ums Eck Kraft tanken. Sie kommen aus Schweden, Polen und Deutschland und Reisen gemeinsam, verstehen einander, begleiten einander. Aber ich wusste nicht, dass sie die Strecke Schweden / Polen / Deutschland – Spanien locker in 2 bis 3 Tagen runter fliegen könnten. Wollen Sie aber aber nicht. Warum sollten Sie auch? Kraniche sind sehr soziale Tiere, die es genießen, andere zu treffen und einander Gesellschaft zu leisten. Sie bilden Zuggemeinschaften, die die gesamte Reise zusammen bleiben, sich gegenseitig den Weg zeigen und sich tagsüber gemeinsam auf Feldern und in Wäldern satt fressen. Nachts aber, brauchen Sie mehr Schutz, als ihn ihre Zuggemeinschaft bieten kann. Dann sammeln Sie sich zu Tausenden auf geschützten Wiesen, leisten einander Gesellschaft, wärmen sich, schützen einander. 

    Und deshalb rufen die Kraniche auch. Sie wollen zueinander finden, geben sich Orientierung. Ihre Rufe sind ihr Leuchtfeuer. Ich fragte den Ornithologen, was die da so rufen. Er meinte, ich müsse mir das etwa so vorstellen:

    Ankommende Kraniche: „Hier kommen wir. Wir landen jetzt. Erwin? Bist Du schon da?“

    Kraniche auf der Wiese: „Hier drüben! Setzt Euch zu uns! Was habt ihr heute erlebt?“

    Lasst uns doch das Internet zu unserem Landesplatz machen. Lasst unsere Blogbeiträge unsere Rufe sein. Uns gegenseitig ein Stück auf unserer Reise begleiten, unsere Erlebnisse berichten, von einander lernen. Wir können uns stützen und stärken. Und nicht den schnellsten Weg zum Reiseziel wählen, sondern den Schönsten.  Gemeinsam. Das fände ich schön.

    Zum Abschluss und damit Ihr Euch in meine Stimmung hineinversetzen könnt, habe ich einen Link für Euch, wo Ihr Euch Kraniche anschauen könnt.

    *Quelle aller Kranichfakten ist der Ornithologe, dessen Name mir vorliegt

    Theas Tipps

    Hallo Ihr Lieben,

     

    häufig wenden sich Eltern mit dem Wunsch nach speziellen Buchtipps an mich und wann immer ich etwas dazu finden kann, helfe ich gerne.

     

    Deshalb habe ich mir überlegt, auf diesem Blog eine Art Kummerkasten einzurichten, eine Kategorie, in der Ihr mal Eure ganz persönlichen Fragen an eine Bibliothekarin loswerden könnt. Und da frag-die-Bibliothekarin so sperrig ist, nenne ich sie Theas Tipps!

     

    Hier könnt Ihr mich um Buchtipps zu bestimmten Themen bitten, fragen, wie man mit bestimmten Leseknackpunkten umgehen könnte oder um Geschenkideen zur Konfirmation Eures Neffen bitten. Was immer Euch auf dem Herzen liegt – her damit!

     

    Ich kann natürlich nicht auf alles eine Antwort wissen, das kann niemand, aber Ihr könnt es ja mal mit mir versuchen und vielleicht fällt mir auch noch jemand anderes ein, den ich fragen könnte.

     

    Wenn Ihr etwas für diese Kategorie habt, schickt mir einfach eine Mail an BuchThea@gmx.de oder kommentiert an diesem Beitrag.

     

    Ich freue mich auf Eure Fragen, Wünsche und Ideen!

     

    Liebste Grüße

    Eure Thea